Bielersee

Fette

Weizenfeld Welche Arten von Fett gibt es?
Wer darauf achtet, dass er sich gesund ernährt, sollte auch darauf achten, welches Fett er mit seiner Nahrung aufnimmt, denn Fett ist nicht gleich Fett. Wir essen zuviel davon und hauptsächlich das falsche. Jenachdem ob ein Fett bei Raumtemperatur fest oder flüssig ist, spricht man von Fett oder Öl. Die in unserer Ernährung vorkommenden Fette sind Stoffgemische, die aus verschiedenen Fettsäureglyceriden bestehen. Gewonnen werden Fette aus tierischen, oder pflanzlichen Produkten. Tierische Fette werden direkt aus dem Fettgewebe geschmolzen (Schmalz, Talg, Tran), oder aus der Milch zentrifugiert (Butter). Pflanzliche Fette und Öle werden aus fettreichen Pflanzen wie Nüssen, Oliven, Sonnenblumenkernen und vielen anderen gepresst oder extrahiert.

Die in unserer Nahrung enthaltenen Fette unterscheidet man folgendermassen:
- einfach ungesättigte Fettsäuren
- mehrfach ungesättigte Fettsäuren
- gesättigte Fettsäuren

Welche Fette sind für die Ernährung wichtig?
Fett wird vom Körper benötigt, denn einerseits ist es ein Energieträger (er bringt dem Körper rund doppelt so viel Energie wie Kohlenhydrate) und anderseits erfüllt Fett eine wichtige Aufgabe als Lieferant für die fettlöslichen Vitamine A, D, E, K und beta-Carotin. Diese können vom Körper nur durch die Anwesenheit von Fett aufgenommen werden. ¨Für den fortwährenden Aufbau neuer Zellen, werden lebensnotwendige, ungesättigte Fettsäuren benötigt.
Die Nahrungsbrennwerte:

Mehrfach ungesättigte Fettsäuren:
Sie sind gesund und in unserer Ernährung die wichtigsten. Zu erwähnen sind die beiden Unterklassen Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren. Letzteres ist in Pflanzenölen reichlich vorhanden und wir Europäer nehmen viel von diesem auf. Beispielsweise Linolsäure, die in Soja- und Maiskeimöl vorkommt. Für die Gesundheit interessant sind die Omega-3-Fettsäuren und gerade diese fehlen oft in unserer Ernährung. Sie kommen vor in:
- Fisch (Lachs, Sardellen, Sardinen, Makrelen, Hering, Thunfisch)
- Schalentieren
- Tofu
- Nüsse (Walnüsse, Mandeln)
- Pflanzenöle (Leinsamen, Raps)

Welche Wirkung haben die Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren in unserem Körper?
Omega-3-Fettsäure ist wichtig ist für das Herz und den Kreislauf, sowie die Reinhaltung der Blutgefässe. Diese Fettsäure stabilisiert den Blutdruck und den Triclyceridspiegel und sie trägt viel dazu bei, dass sich Muskeln, Gelenke,Gehirn, Augen, die Haut und das Nervensystem gut entwickeln. Omega-3 ist deshalb für Frauen in der Schwangerschaft sehr wichtig. Auch bei der Zellkommunikation spielt es eine wichtige Rolle. Aber auch Omega-6-Fettsäuren haben wichtige Aufgaben. Ein Mangel kann zu folgenden gesundheitlichen Problemen führen: Wasserverlust durch die Haut, Nierenversagen, trockene Augen, trockene Haut, Organversagen, Haarausfall, Herzrhythmusstörungen, Allergien, Verdauungsstörungen, Infektionen, Lernprobleme, Immunsystemprobleme, Stimmungsschwankungen.

Einfach ungesättigte Fettsäuren:
Sie sind gesund. Die pflanzlichen Fette (ausser Kokos- und Palmfett) liefern überwiegend ungesättigte Fettsäuren. Beispielsweise Oliven- und Rapsöl. Sie haben wie die mehrfach ungesättigten Fettsäuren die Eigenschaft, den Cholesterinspiegel zu senken.

Gesättigte Fettsäuren:
Sie sind ungesund, denn sie führen zu einem hohen Cholesterinspiegel und weil sie reich an Energie sind, zu Übergewicht. Dazu steigern sie das Risiko, für die Herz-, Kreislaufkrankheiten und auf Dauer führen sie zur Arterienverkalkung. Der Anteil der gesättigten Fettsäuren in unserer Nahrung, sollte ein Drittel nicht übersteigen und dies entspricht bei uns Europäern keineswegs der Praxis. Wer grossen Wert auf eine gesunde Ernährung legt, sollte Nahrungsmittel mit gesättigten Fettsäuren weitgehend meiden. In einer natürlichen Ernährung kommen sie nicht vor. Gesättigte Fettsäuren kommen vorwiegend in tierischen Lebensmitteln vor, d.h. fettreiches Fleisch, Wurstwaren, fettreiche Milchprodukte wie Butter. Weitere Vorkommen: Feste, pflanzliche Fette wie Kokos- und Palmfett. Je nachdem ob Fettsäuren lang oder kurz gesättigt oder ungesättigt sind, ist das Fett flüssig, streichfähig oder fest. Je flüssiger die Fette sind, desto mehr ungesättigte Fettsäuren enthalten sie. Je fester sie sind, desto mehr gesättigte Fettsäuren enthalten sie.

Triclyceride:
Sie sind ungesund, denn sie lassen das Blut dickflüssig und zäh werden. Möglicherweise sind sie an der Arterienverkalkung beteiligt und verstopfte Blutbahnen führen zu Herzinfarkt oder Schlaganfall. Wer dick ist oder viel Alkohol trinkt, hat zuviel Triclyceride im Blut. Dies kann mittels einer Blutanalyse festgestellt werden. Werte über 150 mg/dl (1,7 mmol/l) weisen auf eine Fettstoffwechselstörung hin (Übergewicht, Diabetes).

Transfettsäuren:
Sie sind ungesund. Es handelt sich um chemisch veränderte Fettsäuren, die hauptsächlich in den industriell hergestellten Nahrungsmitteln vorkommen. Dort entstehen sie durch das Härten von Pflanzenöl. In pflanzlichen Fetten kommen trans-Fettsäuren sonst nicht vor. In industriell hergestellten Nahrungsmitteln findet man sie überall dort wo gehärtete Fette drin sind. Auch in Milchprodukten sind sie vorhanden (Yoghurt, Butter), wo sie durch bakterielle Stoffwechselprozesse entstehen, wie übrigens auch im Fleisch (Rindfleisch, Fisch).
Vorkommen von Transfettsäuren: Billige Margarinen, Kochfette, fertige Pommes-frites, Fertigsuppen, Süsswaren, Gebäckmischungen. Achten Sie auf der Zutatenliste auf Bezeichnungen wie: Pflanzliche Fette z.T. gehärtet! Margarinen guter Qualität oder Reformmargarinen, sollten eigentlich keine trans-Fettsäuren enthalten. Inhaltsstoffe Tabellen