Bielersee

Acrylamid

Gebäck

Was ist Acrylamid?

Acrylamid ist nicht ein von der Nahrungsmittelindustrie den Nahrungsmitteln beigefügter Zusatzstoff. Acrylamid ist eine chemische Verbindung, die sich bildet, wenn kartoffel- und getreidehaltige d.h. kohlenhydratreiche Lebensmittel mehr als 120°C erhitzt werden, wie dies beim Rösten (Nüsse, Kaffeebohnen), Backen (Brot, Kuchen), Frittieren ( Pommes frittes, Kartoffelchips), Braten (Fleischgerichte), oder Grillieren der Fall ist. Die Acrylamidbildung wird durch Zucker und Fructose noch gefördert. Bei einer Erhitzung der Lebensmittel über 120°C bildet sich noch verhältnismässig wenig des Giftstoffs. Bei 180°C steigt die Bildung jedoch sprunghaft an. Diese Temperatur wird jedoch schnell einmal erreicht und wenn der Fructoseanteil der erhitzten Lebensmittel hoch ist, wird besonders viel Acrylamid gebildet. Wer Kartoffeln braten oder backen möchte, sollte diese nicht im Kühlschrank aufbewahren, weil sich bei Temperaturen unter 8°C mehr Fructose bildet.

Acrylamid wird seit längerem in der Kunststoffindustrie für die Herstellung von Kunststoffen verwendet, unter anderem auch Verpackungsmaterial für Lebensmittel. Also auch auf diesem Weg gelangt der Giftstoff in den Körper. Erst 2002 ist in Schweden das Vorkommen von Acrylamid in der Nahrung bekannt geworden. Der Giftstoff gelangt noch auf anderen Wegen in den Körper, z.B. Kosmetische Mittel und auch das Rauchen tragen erheblich zu einer Belastung bei. Es wird angenommen, dass Kinder wahrscheinlich mehr Acrylamid aufnehmen als Erwachsene. Dies aufgrund ihres kleineren Körpergewichts und ihrer Vorliebe für Gebackenes oder Frittiertes.

Welche Schäden verursacht Acrylamid?

Aufgrund von durchgeführten Versuchen an Tieren, kann man sagen, dass das Erbgut verändert wird. Aber mehr noch: Es muss als krebserzeugend eingestuft werden und kann Schäden am Nervensystem ( Gleichgewichtsstörungen, Zittern der Hände, Taubheit an Händen und Füssen) hervorrufen. Man kann annehmen, dass Acrylamid der Urheber vieler anderer Krankheiten ist. Es ist viel gefährlicher als bisher gemeinhin angenommen.

Aufnahme von Acrylamid

Einem Bericht des BfR kann man entnehmen, dass ein Durchschnittsbürger in Europa ca. 0.3-0.8 Mikrogramm pro kg Körpergewicht aufnimmt (1 Mikrogramm entspricht einem Millionstel Gramm). Es wäre aber falsch, wenn jemand behaupten würde, eine gewisse Menge schade dem Körper nicht, denn grundsätzlich schadet jede Menge. Dies gilt auch für alle chemischen, unnatürlichen Stoffe, welche in unsere Nahrung gelangen.